Gene dominanter Männchen oft kontraproduktiv

pfauMerkmale wie knallige Farben oder eine außergewöhnliche Größe, die in der Tierwelt bei dominanten Männchen bislang als Herrschaftssymbol galten, können unter dem Einfluss der Erderwärmung und anderen Bedrohungen in den nächsten Jahren zum schnelleren Aussterben vieler ohnehin kleiner Populationen führen.

Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der Queen Mary University of London http://qmul.ac.uk .

Anzahl der Tiere relevant

Männliche Tiere haben über die Jahrtausende immer auffälligere Eigenschaften, wie etwa längere Gliedmaßen oder ein bunteres Federkleid erworben. Im Kampf gegen Rivalen gewinnt oft derjenige, der die sogenannten „guten Gene“ besitzt.

In einer Simulation konnten die Forscher deutlich machen, dass sich solche Populationen in neuen Gegenden, wie sie unter der Veränderung des Klimas auftreten, gut anpassen können.

Jedoch hat dieser Prozess einen Haken, denn Populationen müssen dafür eine bestimmte Größe aufweisen.

„Obwohl diese Erkenntnisse im Moment noch hauptsächlich theoretisch ausfallen, sind sie relevant für die Erhaltung einer Vielzahl von Tierarten“, erklärt Studien-Co-Autor Rob Knell.

Wenn es über 100 Tiere in einer Population gab, waren die negativen Auswirkungen neuer Umwelteinflüsse nur sehr gering, doch wenn die Zahl der Tiere unter 50 fiel, wurde das Aussterben wahrscheinlicher. Die Tiere konnten sich nicht mehr so gut anpassen.

Veränderungen verstehen

„Sexuelle Selektion ist stark verbreitet und verantwortlich für die spektakulärsten Eigenschaften von Tieren.

Während sich die Umwelt verändert, werden die Erkenntnisse dabei helfen, die Verletzlichkeit unserer beliebtesten Tiere unter Einwirkung der globalen Erwärmung, dem steigenden Meeresspiegel und vielen anderen Bedrohungen zu erkennen“, so Knell abschließend.

Detaillierte Ergebnisse stellen die Forscher im „Journal of Animal Ecology“ http://journalofanimalecology.org vor.

Sabrina Manzey, Foto: U. Zebunke/pixelio.de